Serviten von Innsbruck feiern 400-Jahr-Jubiläum

Mit der Segnung der renovierten "Tabernakelmadonna" in der Innsbrucker Servitenkirche begannen die Serviten die Feierlichkeiten zu ihrer 400-jährigen Präsenz in der Landeshauptstat.

Mit der Segnung der renovierten "Tabernakelmadonna" in der Innsbrucker Servitenkirche begannen die Serviten die Feierlichkeiten zu ihrer 400-jährigen Präsenz in der Landeshauptstadt. 

Ein Bericht von P. Martin M. Lintner 

Am Sonntag, 1. Juli, begannen die Serviten die Feierlichkeiten anlässlich der 400-jährigen Präsenz des Ordens in Innsbruck. Zu diesem Anlass wurde die „Tabernakelmadonna“ vom Provinzial der Tiroler Servitenprovinz, P. Gottfried M. Wolff, neu gesegnet. Die wertvolle Marienstatue wurde vor genau 400 Jahren, am 2. Juli 1612, in einer feierlichen Stadtprozession in das von Erzherzogin Anna Catharina Gonzaga gestiftete Frauenkloster übertragen. Die Erzherzogin, damals schon Witwe, trat als Sr. Anna Juliana mit einer ihrer Töchter auch selbst in das Kloster ein. Nach der Aufhebung durch Joseph II. wurde das Kloster als Kaserne weiter verwendet, der Name „Klosterkaserne“ (heute Areal der neuen SoWi-Fakultät gegenüber der Jesuitenkirche) erinnerte daran.

Die Statue selbst wurde in das Palais Trapp übertragen und später schließlich in die Servitenkirche. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie jedoch nicht mehr in der Kirche aufgestellt, sondern auf der Orgelempore aufbewahrt. Seit den 1980er-Jahren galt sie als verschollen. Es ist einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sie vor zwei Jahren in einem Versteigerungskatalog des Salzburger Dorotheums wieder auftauchte und von der Landesgedächtnisstiftung angekauft werden konnte. Nachdem die Statue restauriert, mit Krone und Zepter neu geschmückt sowie mit einer Kreuzreliquienbrosche versehen worden war, wurde sie am Sonntag in einer feierlichen Andacht gesegnet.

Die Einmaligkeit der Marienfigur besteht in einem kleinen, mit Samt ausgelegten Tabernakel an der linken Brust, der jetzt von der Reliquienbrosche abgedeckt wird: So wie Maria Jesus unter ihrem Herzen trug, als sie mit ihm schwanger ging, hat sie ihn auch in der Gestalt der Eucharistie empfangen, als sie nach Pfingsten einmütig mit den Aposteln versammelt war zum Gebet und Brechen des Brotes. Maria, dargestellt als Königin des Himmels, verweist mit der rechten Hand auf ihr Herz, in dem sie Christus trägt: Sie weist den Weg zu Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig ist. „Wenn wir Christus in der eucharistischen Gestalt empfangen, dann ergeht auch an uns der Auftrag, ihn der Welt heute zu gebären, so wie Maria es getan hat. Wir empfangen Christus nicht als Besitz für uns, sondern um ihn den Menschen weiterzugeben. Als Serviten fühlen wir uns dieser Spiritualität, wie Maria Christus zu den Menschen zu bringen, verpflichtet“, sagte P. Wolff in seiner Predigt. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Landesgedächtnisstiftung, Landtagspräsident Herwig van Staa, brachte in seiner Ansprache die Freude zum Ausdruck, dass die Tabernakelmadonna wieder an ihren eigentlichen Ort in die Servitenkirche zurückgekehrt ist: „Es soll zusammengeführt werden, was zusammengehört“, betonte er. Bischof Manfred Scheuer, der gemeinsam mit den Servitenpatres, Abt Raimund Schreier, Prälat Hermann Steidl und Dompropst Florian Huber den Gottesdienst zelebriert hat, dankte den Serviten für ihre Präsenz und den wertvollen kirchlichen Dienst in der Stadt, besonders für die Beichtpastoral. Musikalisch wurde die Festmesse vom Servitenchor unter der Leitung von Hubert Tonauer gestaltet. In einer feierlichen Prozession wurde die Statue im Anschluss an den Gottesdienst durch den Kreuzgang in die Peregrinikapelle an ihren angestammten Ort übertragen. Bewegend war der Moment, als die Prozession am Grabmal der Stifterin Anna Juliana Gonzaga und ihrer Tochter Anna Catharina vorbeizog. Die Mitfeiernden, unter ihnen auch die Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, fanden sich noch zu einer Agape im Klostergarten ein.

Die Besonderheit der sog. "Tabernakelmadonna" in der Innsbrucker Servitenkirche: Hinter der Reliquienbrosche an der linken Brust verbirgt die Statue einen kleinen Tabernakel. Maria weist mit ihrer rechten Hand auf ihr Herz, in dem sie Christus trägt. 

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