Der Engel der Ausgestoßenen

Wie der Jesuitenorden in den letzten 25 Jahren vermehrt in China Fuß fassen konnte, darüber berichtete der Tiroler Missionar Luis Gutheinz bei einem Symposion in Wien.

Der Tiroler Chinamissionar Luis Gutheinz hat bei einem internationalen Symposium in Wien über seine Arbeit mit den Leprakranken in China berichtet. Seit der ersten zaghaften Öffnung Kontinentalchinas nach dem Ende der Kulturrevolution sei mehr und bessere Hilfe möglich geworden, so Gutheinz, der von Taipei (Taiwan) aus das „China Leprosy Service“ leitet. Die Arbeit erfolge in Kooperation mit den Behörden. Immerhin durften einige Leprosarien neu gebaut oder zumindest renoviert werden. Schmiergelder haben die Jesuiten nie gezahlt.

Leprakranke in China leben in erbärmlichen Verhältnissen, ausgestoßen, fern jeder Zivilisation sich selbst überlassen, sagt Gutheinz. Die meisten Lepradörfer haben weder sauberes Trinkwasser noch medizinische Versorgung, Schulbildung für Kinder, oder Elektrizität. Chronische Unterernährung, mangelhafte Kleidung, schreckliche Behausungen gehörten zum Alltag, erzählt der Missionar. Daher wollen die Jesuiten vor allem die Lebensbedingungen der Betroffenen verbessern. Anlass der Zusammenkunft mit Gutheinz in Wien war der 400. Todestag des Chinamissions-Pioniers Matteo Ricci.

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