Acht Stationen und ein Kirchl

Wer sich in Mieders im Stubaital nach dem Weg zum Kirchl am Kalvarienberg erkundigt, darf es nicht eilig haben. Kaum jemand, der sich nicht mit dem Kirchl am Südrand des Dorfes von Kindes-beinen an verbunden fühlen würde. Eine Reportage von Burgi Tri...

Wer sich in Mieders im Stubaital nach dem Weg zum Kirchl am Kalvarienberg erkundigt, darf es nicht eilig haben. Kaum jemand, der sich nicht mit dem Kirchl am Südrand des Dorfes von Kindes-beinen an verbunden fühlen würde. Eine Reportage von Burgi Triendl-Schwetz 

Die Schilderung darüber, was Menschen zum Kalvarienberg in Mieders pilgern lässt, umfasst nicht nur religiöse Anlässe, sondern das gesamte Spektrum menschlicher Freuden und Nöte. „Vor großen Prüfungen in der Schule, aber auch vor schwierigen Entscheidungen im täglichen Leben kommen wir Miederer und Bewohner aus dem gesamten Stubaital zum Kalvarienberg“, erzählt ein Gemeindebürger. Aber auch, dass der Name seines Großvaters auf der Gedenktafel, die an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert, verewigt ist.

Von der Kalvarienbergkapelle als Kraft- und Ruhepol sprechen Margit Nagele und Maria Viertler. Sie teilen sich Aufgaben, die mit der Pflege und den Öffnungszeiten verbunden sind. „Wir wechseln uns monatlich ab und jede freut sich, wenn sie den Schlüssel fürs Kirchl hat.“ Dabei geht es aber um mehr als lediglich darum, im Besitz des Schlüssels zu sein. Blumenpflege und kleine Reinigungsarbeiten gehören zu den Aufgaben. „Sommer wie Winter sperren wir täglich in der Zeit von neun bis zehn Uhr die Kirchentür auf und am Abend, wenn die letzten Besucher die Kirche verlassen, wird zugesperrt. Im Sommer kann es schon bis 21 Uhr gehen“, da kommt es nicht selten vor, dass Maria Viertler ihren Schlüsseldienst nach getaner Feldarbeit wahrnimmt.

Tätigkeiten und Termine werden mit Pfarrkurator Michael Brugger abgestimmt. Einmal im Monat, von Mai bis Oktober, hält er im Kirchl einen Wortgottesdienst. Umfangreiche Sanierungsarbeiten waren über die letzten Jahrzehnte erforderlich. Beginnend bei der Dachsanierung, dem Trockenlegen der Mauern bis zum Austausch des Fußbodens und der Kirchenbänke. Erst im Vorjahr wurde die Turmsanierung abgeschlossen.

Kulturpflege der Schützen. Die Instandhaltung des urkundlich 1724 erstmals erwähnten Kirchleins ist den Miederer Schützen ein Anliegen. Bataillonskassier Johann Schmoller ist stolz auf deren handwerkliche Fähigkeiten.  „Dass sich diese seit Generationen für die Instandhaltung und Sanierung einsetzen, ist nicht nur Zeichen ihrer Verbindung zum Kalvarienberg-Kirchl und zum Kreuzweg. Das ist auch ein wesentlicher Kostenfaktor.“ Ehrenamtlichkeit, die auch Bürgermeister Manfred Leitgeb zu schätzen weiß. Dem Kalvarienberg entlang gibt es übrigens nur sieben statt der üblichen 14 Stationen – in Erinnerung an die „Sieben Schmerzen Mariens“. Die achte Station ist die Kreuzigungsgruppe neben der Kirche.

 

 

Der Kalvarienberg in Mieders    

Die Kapelle aus dem 19. Jahrhundert steht auf einem Burghügel einer hochmittelalterlichen Anlage. Im Inneren beeindruckt eine Ölberggruppe um 1700. Zur Kirche führen sieben Stationen, die die sieben Schmerzen Mariens symbolisieren. Die achte Station stellt die Kreuzigungsgruppe dar. Am Karfreitag, 3. April, führt ein Familienkreuzweg von der Pfarrkirche zur Kalvarienbergkirche. Treffpunkt, 16 Uhr, bei der Pfarrkirche.

 

Heiliges Grab in Neustift
In den Kar- und Ostertagen lebt in Tirol das Brauchtum der Heiligen Gräber auf. In der Pfarrkirche Neustift ist ab Palmsonntag, 29. März, ein sog. Heiliges Grab aufgerichtet. Es wurde 1896 ursprünglich für die Innsbrucker Jesuitenkirche geschaffen. 40 Jahre wurde es in einem Depot verwahrt, bis es 2012 erstmals wieder zu sehen war. Viele ehrenamtliche HelferInnen sind notwendig, um dieses großartige Kunstwerk aufzustellen. Zu sehen täglich von 9 bis 17 Uhr ab Palmsonntag bis Mittwoch nach Ostern  

 

Heiliges Grab in Fulpmes
Das Heilige Grab in der Pfarrkirche Fulp- mes geht auf das Jahr 1951 zurück. Mit seiner Ausführung beauftragt wurde der aus Fulpmes stammende Architekt Clemens Holz- meister. Die Bilder dazu stammen vom Innsbrucker Künstler Hans Andre. Zu sehen ab Karfreitag bis Osternacht. 

Kontakt: www.glaubeimstubai.at

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Tiroler Sonntag - Aktuell