2.500 Kinder bei 70 Jungscharlagern

Die Schulferien sind auch die Zeit der Jugend- und Jungscharlager. Der Tiroler Sonntag hat mit Hannes Hörmann von der Jungschar über Heimweh, Handys und Liturgie auf Lagern gesprochen.

Mit elf Jahren war er bei seinem ersten MinistrantInnenlager dabei: Hannes Hörmann, Minireferent der Diözese Innsbruck. Bis heute sind 12 weitere Lagerwochen dazu gekommen. Und weil ihn das „Lager-Feeling“ nie mehr ganz in Ruhe gelassen hat, wird er auch die nächsten zwei Wochen inmitten vieler Kinder und Jugendlicher verbringen: Zuerst eine Woche auf dem Jungscharlager der Pfarre Allerheiligen und dann bei der Mini-Woche der Diözese Innsbruck.
Ein kleines Danke.
In der Pfarre Stams war Hannes Hörmann  selbst Ministrant. Es ergab sich wie von selbst, dass er nach seiner aktiven Ministrantenzeit in die MinistrantInnenarbeit einstieg. Zu zweit mit einem Freund. Ohne zu wissen, dass sie von der Diözese Unterstützung bekommen könnten, fingen sie einfach an: mit MinistrantInnenstunden und bald darauf auch mit Minilagern. Bis zu 20 Kinder gehörten zu den Stamser Minis. Und weil sie Woche für Woche so verlässlich in der Pfarre ihren Dienst taten, plante Hannes irgendwann ein kleines Minilager. Als kleines Danke. 

Hannes hat schon verschieden große Kinder- und Jugendlager erlebt. Letztes Jahr etwa waren bei der Mini-Woche in Schlitters 80 Kinder und 20 jugendliche Begleiter dabei. Ein Lager mit so vielen Leuten? Für Hannes Hörmann ein Traum: „Viele Spiele sind erst dann richtig spannend, wenn viele Kinder mittun.“
Wie ein Rahmen.
Als Betreuer war Hannes auch schon bei Kinderlagern, die nicht von religiösen Organisationen ausgerichtet wurden. Da sei ihm der Glaube richtig abgegangen.
Die Gebete am Morgen und am Abend, vor oder nach dem Essen… das gehöre dazu. „Gerade am Abend ist es schön, wenn die Kinder danken: für die Wasserschlacht, für die Sommerrodelbahn,… Oder auch bitten für jemanden, wenn er sich verletzt hat,“ so Hannes Hörmann. Einmal in der Woche stehe auch eine Messe auf dem Programm. „In den meisten Pfarren kommt der Pfarrer auf Besuch.“
Damit sich Kinder interessieren, einmal Ministranten zu werden, brauche es ein gutes Gespür der Pfarrseelsorger  und Menschen, die Freude haben an der Arbeit mit Kindern: „Natürlich sind in der Liturgie klare Regeln wichtig: Aber Kinder merken gleich, ob die liturgische Exaktheit wichtiger ist oder sie…“
Handys und Heimweh.
Ein besonderes Thema bei den Jungschar- und MinistrantInnenlagern war in den letzten Jahren das Handy: Seiner Erfahrung nach sei es besser, wenn Kinder auf Lagern ganz auf handys verzichten. Kindern würden erleben, wie gut es sich „einmal ohne“ leben lasse. Außerdem bewirke das handy im Umgang mit dem Heimweh vieler Kinder das genaue Gegenteil dessen, was man sich erhoffe: „Oft ist es so, dass Kinder vor dem Schlafengehen noch mit der Mama oder dem Papa telefonieren. Doch anstatt der erhofften Beruhigung trete das Gegenteil ein. Die Kinder finden keine Ruhe mehr, weil sie unbedingt nach Hause wollen.“ 

Und die Game Boys?
Sind Kinder in die kleinen Spielkonsolen vernarrt, kann eine Lagerwoche für guten Abstand sorgen. „Eine Woche Urlaub von den Nintendos kann heißen, Platz zu machen für Gemeinschaft, für Neues, die anderen Kinder im Lager…“, meint Hannes Hörmann: „Und zu entdecken, wie schön das Leben auch ohne Game Boy sein kann, weil die Erfahrung von Freundschaft immer noch viel schöner ist als jedes Computerspiel.“ 

Zur Homepage der Katholischen Jungschar in der Diözese Innsbruck 

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